SS-Stabshauptamt Reichskommissariat für die Festigung deutschen Volkstums, Berlin-Halensee

 

  1. Drei Grundaufgaben des Reichskommissariats f. d. Festigung dt. Volkstums, Geheim-Erlaß vom 7. Oktober 1939
  2. Dienststellen- und Gliederungsübersicht des RKF, etwa 1941/42
  3. Foto einer "großen Ostraumschau" in der Hochschule der Künste, Berliner Lokalanzeiger, 22.03.1941
  4. Zeitgenössischer Pressebericht über Ausstellung "Planung und Aufbau im Osten", 22.03.1941
  5. Schriftverkehr zum Generalplan Ost der Berliner Universität, 2. Juni 1942
  6. Schriftverkehr zum "Generalsiedlungsplan", 23. Dez. 1942

 


Planung und Aufbau im Osten

Die Eröffnung der großen Ostraumschau durch Heinrich Himmler

Originalfotobeschriftung: Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, bei der Besichtigung der Ausstellung. Neben ihm Reichsführer SS Himmler und Reichsminister Dr. Todt. Aufn.: Scherl

In seiner Eigenschaft als Reichskommissar zur Festigung des deutschen Volkstums veranstaltete der Reichsführer SS Heinrich Himmler in der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in der Hardenbergstraße eine interne Ausstellung „Planung und Aufbau im deutschen Osten“. Die Schau, die die Ergebnisse aus einem Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die dörfliche Besiedlung der neuen deutschen Ostgebiete zeigt, befaßt sich auch mit allen anderen Siedlungsproblemen, die sich auf Grund der bedeutsamen bevölkerungspolitischen Aufgabe, die der Ostraum erhalten hat, ergeben.

Der Reichsführer SS betonte bei der Eröffnung, daß die Ausstellung vor allem den Behörden und Dienststellen einen Einblick in die Planungsarbeiten für den Ostraum vermitteln solle. Der deutsche Siedler werde nach Beendigung des Krieges im Gegensatz zu den Methoden der Systemzeit so angesetzt werden, daß er ausreichenden Grund und  Boden erhalte, damit die Gewähr dafür gegeben sei, daß die harte bäuerliche Arbeit auch einen entsprechenden Erfolg zeitige.

Neben dem Stellvertreter des Führers Rudolf Heß nahmen an der Besichtigung Reichsminister Dr. Todt, Reichsleiter SS-Obergruppenführer Bormann, Reichsleiter SS-Obergruppenführer Bouhler, Generalleutnant Reinecke, der Chef des Allgemeinen Wehrmachtsamtes, General Daluege, der Chef der Ordnungspolizei, SS-Gruppenführer Heydrich, der Chef der Sicherheitspolizei und des SD, dann SS-Brigadeführer Jüttner, der Chef des SS-Führungshauptamtes, SS-Brigadeführer Berger, Der Chef des SS-Hauptamtes u.a. teil. SS-Obersturmbannführer Professor Meyer, der Leiter der Hauptabteilung Boden im Reichskommissariat für die Festigung deutschen Volkstums, erläuterte die Einzelheiten der Besiedlungsaktion, die auch die Gründung einer ganzen Anzahl neuer Städte erforderlich mache.

Aus den Ausführungen ließ sich die ungeheuere Aufgabe erkennen, die dem Reichskommissariat hier übertragen worden ist. Die Schau zeigte, daß man von vornherein nicht nur bestrebt ist, städtebaulich neu zu planen, sondern daß man auch den kommenden Anforderungen der Verkehrs durch Verdoppelung der Straßendichte, der Landschaftsgestaltung und allen anderen Problemen in weitester Form gerecht zu werden sucht. Zahlreiche Modelle von Bauernhöfen und Dörfern der verschiedensten Einwohnerzahl sind ausgestellt. Wenn man bedenkt, daß bisher über 550.000 volksdeutsche Menschen über die Grenze gekommen sind, von denen mehrere hunderttausend bereits angesiedelt wurden, und daß dem deutschen Menschen Verhältnisse, wie sie in Polen waren, nicht zugemutet werden, dann läßt sich unschwer die Größe des Vorhabens erkennen, zugleich aber auch die Bedeutung, die dieser Schau zukommt.

Berliner Lokalanzeiger Nr. 70, 22.3.1941