Neutralitätserklärungen (Ablehnung von Forschung & Publikation)

  1. Die Berliner Universität als Hochburg des Nationalsozialismus,taz 28.1.1988
  2. Raus aus dem Käfig, Tagesspiegel 29.8.1998
  3. 15 Anfragen zum 60. Jahrestag des Generalplan Ost, 20. Sept. 1999
  4. Professorale Nichtzuständigkeit: Vier Antworten auf Anfrage zum Generalplan Ost, Mai- Sept. 1999
  5. Begründung der Ablehnung einer Referenz zur Aufarbeitung der wissenschaftlichen NS-Genozidplanung (GPO), 21.09.1999
  6. Ablehnung eines Vorschlags zur Gedenktafelanbringung, welche später als Untersagung interpretiert wurde, 27.01.2000
  7. zdf, Prof. Guido Knopp, keine Mithilfe bei Dokumentation wissenschaftlicher Genozidplanung möglich, 5.4.00
  8. Ablehnende Stellungnahme des Deutschen Hochschullehrerverbandes, Landesverband Berlin, vom 21.07.2000
  9. Ablehnung einer Befürwortung vom Präsidenten der Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaften, Prof. S., 08.09. 2000
  10. Antwort auf Anfrage auf Raumnutzung des Audi-Max an HU-Präsident Mlynek - 21.12.2000
  11. Absage von Rechtsberatung durch den DBB trotz verkündeten Engagement gegen Rassismus im öffentlichen Dienst - 9.8.2000
  12. Untersagung der Gedenktafelanbringung zum GPO durch Präsidialamt - 26.1.200
  13. Stellungnahme des Autors "Geschichte Dahlems", Berlin 1984, zum Generalplan Ost
  14. Ablehnung einer attraktiven homepage-Entwicklung beim Projekt GPO, Institut für Sozialforschung, Hamburg, 1.03.2001
  15. Nichtzuständigkeitserklärung der Kustodin der Humboldt-Universität für Denkmalschutzfragen, 25.04.01
  16. Referenzabsage durch den Berliner Völkerrechtler C. T. nach wiederholter dringender Referenzbitte, 27.04.01
  17. Neutralitätserklärung des wissenschaftl. Direktors der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. P. Steinbach, Berlin, 12.05.2001
  18. Begründung der Nichtpublikation der student. HU-Zeitung "UnAufgefordert", jot, Sommer 2001
  19. Absage des alternativen Berliner Wissenschaftssommers aus Sicherheitsgründen, 12.09.01
  20. Erklärung der Beendigung der Korrespondenz durch Präsidialamt, 7.11.01
  21. Ablehnung der Teilnahme an Podiumsdiskussion zum Generalplan Ost, Präsident der FU Berlin, 14.11.01
  22. Ablehnung an Teilnahme der PD zum Generalplan Ost durch Humboldt-Universität, 19.11.01
  23. Ablehnung an Teilnahme der PD zum Generalplan Ost durch DFG, Bonn, 20.11.01
  24. Senatsverwaltung akzeptiert prinzipielle Ablehnung von Gedenktafeln durch HU, Antwort an kl. Anfrage Nr. 29, 7.02.02
  25. Erklärung der Unwissenschaftlichkeit gegen Initiator M. Burchard im Akademischen Senat der Humboldt-Universität, 6.(7.) Jan. 2003
  26. Dekan der Agrarfakultät distanziert sich von Begegnungsfahrten M. Burchard mit Übergabe der Erklärung/ Entschuldigung ggü Landrat von Zamosc, 6.1.2003
  27. Erklaerung der Beendigung der Korrespondenz in Europareferat der Senatskanzlei von Berlin und zwei weiteren Senatsverwaltungen, 7.6.2004ff
  28. Bueroleiter in Senatskulturverwaltung behandelt ab 28.06.2003 angefragte Grußworte nach Lublin-Zamosc, Stellungnahmen zu neuen Gedenkzeichen in 16 Fällen meist ablehnend
  29. Der Vizepräsident für Internationales der HU zur Übergabe der Erklärung/ Entschuldigung der Agrarfakultät von 2002 nach Russland, 3.08.2016
  30. Die Senatskulturverwaltung lehnt es ab, trotz gutem Verkaufserlös für die Uni-Villa Im Dol 27/29 eine mehrsprachige Gedenktafel zum Generalplan Ost vor dem Gebäude zu finanzieren, August 2016

Die Berliner Universität als Hochburg des Nationalsozialismus.

[Foto aus Das Ostpre

30. Januar 1933: Wie vollzog sich vor 56 Jahren die »Machtergreifung« der Nazis an der damaligen Technischen Hochschule Charlottenburg? / StudentInnen waren schon vorher braun und der Professoren-Widerstand gegen die Nazis war bald vorbei / Keiner trat gegen Numerus Clausus gegen jüdische StudentInnen auf.

Treibende Kraft bei der Nazifizierung der Universität waren die Studenten, während weite Teile der Professorenschaft der braunen Bewegung mit Vorbehalten begegneten. Den Hintergrund für dies Verhalten der fast durchweg konservativ eingestellten Professoren bildete nicht demokratisches Bewußtsein, sondern altersbedingte Vorsicht und traditionelle Verhaltensmuster (»ein Professor begibt sich nicht in die Niederungen des Parteienkampfes«). So beeilten sich große Teile der Studenten, der Hitler-Regierung ihre Gefolgschaft zu bekunden: Der Völkische Beobachter vom ....1933 konnte von "großen Treuekundgebungen der Breslauer und Berliner Studenten für Adolf Hitler" am 31. Januar berichten. Die Sympathien der Studentenschaft für die ..nationalsozialistische Bewegung.. waren schon früher zum Ausdruck gekommen: Schon im Wintersemester 1930/31 hatte der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) mit 61,/% der an der Technischen Hochschule abgegebenen Stimmen einen großen Wahlsieg errungen. An der Berliner Universität (Parallelbezeichnung: Friedrich-Wilhelms-Universität, heute: Humboldt-Universität) ergab sich nahezu das gleiche Bild: 65% der Studenten votierten für den NSDStB.

Die Bedeutung dieser Wahlerfolgt der NS-Studenten kann kaum überschätzt werden: Die Berliner Universität war das unbestrittene Zentrum der Akademischen Elite des Deutschen Reiches, die Technische Universität Charlottenburg - die Vorläufer-Universität der TU Berlin - war die größte und bedeutendste TH Deutschlands. Nicht ohne Stolz konnte deshalb der nationalsozialistische Rektor der TH, Ernst Strom, 1942 feststellen: "Die Technische Hochschule Berlin galt schon vor der Machtübernahme als eine Hochburg des Nationalsozialismus unter den deutschen Hochschulen." Naziprominenz wählte infolgedessen die TH gerne als Schaubühne ihrer Propaganda- und Hetzreden: Rust, neuer preußischer Kulturminister, sprach am 21. Februar 1933, Alfred Rosenberg und Göring folgten am 29. Juni und 1. Juli des Jahres. Göring dankte dabei in seiner Ansprache der versammelten Dozenten- und Studentenschaft "für ihr Verhalten in der Kriegs- und Nachkriegszeit".

Unter dem Druck der politischen Verhältnisse folgten bald auch die Professoren dem studentischen Beispiel und gaben ihre akademische Zurückhaltung gegenüber den braunen Machthabern zunehmend auf. Bekannten sich 1932 von 410 Hochschullehrern und Assistenten mindestens 37 öffentlich zur NSDAP, so waren es 1933 schon 82 von 399 Lehrkräften. 1941 waren wenigstens 211 von 370 Hochschullehrern und Assistenten Parteigenossen. Infolgedessen schwiegen die Professoren und Assistenten - von wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen-, als ihre politisch mißliebigen oder "rassisch ungeeigneten" Kollegen entlassen wurden. Einer, der der "Machtergreifung" an der TH entgegenzutreten versuchte, war der international anerkannte Archäologe Professor Krencker, der schon in den Jahren 1930 bis 1932 als Rektor versucht hatte, den NS-Einfluß zu begrenzen. Als im März 1933 der schon erwähnte spätere Rektor der TH, Strom, die Hakenkreuzfahne hissen wollte, trat Krencker ihm entgegen und drohte, ihn verhaften zu lassen.

Krenckers Verhalten blieb die Ausnahme. Typisch war im folgenden das Schweigen derjenigen, die sich nicht in den Kreis jener einreihen wollten, die jede Maßnahme des Regimes wollten. So regte sich kein öffentlicher Protest an den Universitäten, als am 1. April 1933 - jenem Tag, an dem im ganzen Reich Kunden am Betreten jüdischer Geschäfte gehindert werden sollten, an dem jüdischen Richtern der Zugang zu den Gerichtsgebäuden versperrt wurde - nicht-"arischen" Dozenten das Abhalten ihrer Lehrveranstaltungen unmöglich gemacht wurde.

Wenige Tage später bediente sich das NS-Regime eines Gesetzes, um die "rassisch unerwünschten" Hochschullehrer zu vertreiben. Das sogenannte "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" vom 7. April 1933 entfernte alle "nichtarischen" Beamte (§3) sowie alle diejenigen, die als Sozialisten, Demokraten oder Pazifisten nicht die Gewähr boten, "daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintraten" (§ 4 d. Ges.).

Über 90 von 410 Angehörigen des Lehrkörpers wurden Opfer der faschistischen "Säuberungen", u.a. Georg Schlesinger, dessen Leistungen auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinen- und Fertigungstechnik weltweit Anerkennung gefunden hatten, der Volkswirtschaftler Goetz Briefs, der das Institut für Betriebssoziologie der TH aufgebaut hatte, und Gustav Hertz, Professor für Experimentalphysik und Nobelpreisträger des Jahres 1925.

Die Einführung eines schon lange von den NS-Studenten geforderten Numerus Clausus für jüdische Studenten ergänzt das rassistische Säuberungsprogramm. Die Verdrängung der jüdischen Kommilitonen und Kollegen konnte deswegen fast reibungslos abgewickelt werden, weil das NS-Regime nicht nur an antisemitische Vorurteile appellieren konnte, sondern geschickt an akademische Existenzängste anknüpfen konnte: akademische Arbeitslosigkeit, hohe Studiengebühren in Zeiten großer materieller Not - Momente, die nicht unwesentlich zu den frühen Erfolgen der Nazis unter Studenten beitrugen.

Auf diesem materiellen und ideologischen Nährboden konnte ein Denunziantentum gedeihen, welches, vom Regime gefördert, zu einer der wichtigsten Stützen der Terrorherrschaft wurde. So verabschiedete die "deutsche Studentenschaft" bereits im April 1933 einen "Spionage-Erlaß", der die StudentInnen zur "Angabe" von Juden sowie kommunistischen, liberalen und pazifistischen Hochschullehrern aufforderte.

Dö, die tageszeitung vom 28. 1. 1988,
Originaltitel: Die TU als Hochburg des Nationalsozialismus.


Raus aus dem Käfig

Universitäten und Gesellschaft / Europäische Rektorenkonferenz

Wer beeinflußt die Gesellschaft? Und welche Rolle spielen die Universitäten, um bei diesem Prozess lenkend oder beratend einzugreifen? Auf der Konferenz europäischer Hochschulpräsidenten und -rektoren (CRE), die zur Zeit an der Freien Universität stattfindet, sprach gestern Cornelio Sommaruga, Präsident des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (ICCR) zu diesem Thema. Er war angetreten, die Rolle der Universitäten in einer von Gewalt geprägten Gesellschaft zu erklären. Es wurde ein leidenschaftlicher Appell an die anwesenden Rektoren der europäischen Universitäten, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, Position in der öffentlichen Debatte zu beziehen und sich mit dezidierten Stellungnahmen an die Eliten der Politik, Wirtschaft und Kultur zu wenden.

Mit der internationalen Arbeit des Roten Kreuzes hatte Sommaruga ein gutes Beispiel dafür parat, wie Wissenschaft und humanitäre Organisationen zusammenarbeiten können. Schon jetzt sind

die Verbindungen eng und vielfältig. Denn wer wie das Rote Kreuz seit 135 Jahren mit den Folgen der Gewalt umzugehen hat, der fragt auch nach ihren Ursachen und den Möglichkeiten, sie zu verhindern.

Die Universitäten dürfen nicht in der Rolle der Beobachter bleiben

Nicht nur Mediziner und Juristen sind da gefragt. Die Arbeit des Internationalen Komitees zielt höher: Man möchte die weitere Entwicklung des Völkerrechts begleiten und die Anerkennung der Menschenrechte international verankern. Die Universitäten können dabei helfen, indem sie Eliten in Politik und Wirtschaft ansprechen. Sommaruga sieht sie in mehreren Rollen: Vor allem könnten sie eine Aufgabe als Katalysator wahrnehmen und die Diskussionen mit wissenschaftlicher Substanz untermauern. Auch als "Agitator" sieht er sie, die qua ihrer Position öffentlich Druck ausüben könnten. Nicht zuletzt jedoch zähle die kritische Funktion der Universität. Beispielsweise habe die historische Forschung auch dafür gesorgt, daß die Rolle des Roten Kreuzes im Zweiten Weltkrieg geklärt worden sei. Für diese Arbeit bedarf es kompetenter Vertreter, die durch ihr Wissen, ihre Bildung und ihren Einfluß von den Machteliten als glaubwürdig angesehen werden. Aufgabe der Universitäten sei es also, schon in den jungen Menschen Bewußtsein für diese übergreifenden Fragen zu wecken und zu verankern. Schließlich träfen sie in Zukunft die politischen Entscheidungen.

Sommaruga appellierte an die anwesenden Rektoren, in ihren Universitäten ihrer Verpflichtung nachzukommen, sich in die öffentlichen Debatten einzuklinken und Stellung zu beziehen.

Pierre Tabatoni vom Institut de France bedauerte denn auch, daß die Universitäten sich bisher viel zu sehr von dieser Aufgabe zurückgezogen hätten - in der Rolle der Beobachter dürften sie nicht weiter verharren. Engagiert sollte die Wissenschaft in den öffentlichen Diskurs eingreifen und nicht in einem selbstgeschaffenen Käfig verharren. Rationalisierung und Instrumentalisierung dürfen die ethischen Werte an den Universitäten nicht ersetzen.

DEIKE DIENING im BERLINER TAGESSPIEGEL, Sa, 29.08.1998


15 Anfragen zum 60. Jahrestag
des Generalplan Ost 2002

An den Direktor des Instituts WiSoLa der Landw.-Gärtn. Fak. der HUB, Prof. Dr. Karl Jaster
An den Dekan der Landw.-Gärtn. Fakultät der HUB, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Lindemann
An den Direktor des Instituts Geschichtswissenschaft an HU, Prof. Dr. Johannes Helmrath
An die Dekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der HUB, Frau Prof. Dr. C. Windbichler
An den Ersten Vizepräsidenten der HUB, Prof. Dr. Dr. h.c. Richard Schröder
An den Direktor des Instituts Geschichtswissenschaften an der TUB, Prof. Dr. Volker Hunecke
An die Dekanin des Fachbereichs Geschichtswissenschaft an der FUB, Frau Prof. Dr. C. Ulbrich
An den Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FUB, Prof. Dr. Jürgen Prölss
An den Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Prof. Dr. Reinhard Rürup
An den Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung, Prof. Dr. Wolfgang Benz
An den Leiter der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz, Herrn Dr. Norbert Kampe
An den Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Herrn Dr. Johannes Tuchel
An den Leiter der Brandenburger Gedenkstätten, Herrn Dr. Günter Morsch, Oranienburg
An die Geschäftsführerin des deutsch-polnischen Jugendwerks, Frau D. Lemmermeier, Potsdam
An den Vorstandssprecher der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Herrn Dr. Genius, Bonn

M. Burchard, Berlin, 20. September 1999

In 21/2 Jahren 60. Jahrestag der Herausgabe des "Generalplan Ost"

Sehr geehrte Damen und Herren,

in zwei Wochen, am 7. Oktober (1939) jährt sich Hitlers Erlaß zur Bildung des Reichskommissariats für die Festigung deutschen Volkstums an den Reichsführer SS und Diplomlandwirt Heinrich Himmler. Der tragische Bezug zur deutschen und speziell zur Berliner Wissenschaft begann kurz darauf, als Himmler den damals einflußreichsten deutschen Agrarwissenschaftler und Mitbegründer des neuen Fachgebietes Raumforschung, Konrad Meyer, zum Planungschef ernannte. Meyer stand dem Zentralorgan der deutschen Landwirtschaftswissenschaften (FORSCHUNGSDIENST) als Obmann vor und war Direktor des Instituts für Agrarwesen und Agrarpolitik der Berliner Universität in Dahlem. Das SS-Planungsamt (Reichskommissariat f. d. Festigung dt. Volkstums) befand sich etwa ein Kilometer Luftlinie vom Universitätsinstitut entfernt. In beiden Häusern wurde über drei Jahre intensiv an den Richtlinien der neuen ruralen Siedlungsstruktur für Mittel- Osteuropa gearbeitet und konkrete Entwürfe erstellt. In Siedlungsfragen für Mitteleuropa bestand Weisungsbefugnis gegenüber zwei Ministerien und dem Reichsnährstand. Am 28.05.1942 gab das Universitätsinstitut eine Fassung des "Generalplan Ost" heraus, im Herbst 1942 stellte das Planungsamt den "Generalsiedlungsplan" fertig. Beide Pläne sahen den Genozid für mindestens 25 Millionen rassisch unerwünschte Menschen vor (Zwangsarbeit, Abschiebung in Hungerzonen). Eine angemessene völkerrechtliche wie ns-agrarideologische Analyse ist bis heute nicht erfolgt. Für heute an Sie zwei Fragen:

  1. Halten Sie es für erforderlich und sinnvoll, eine öffentlich zugängliche Gedenktafel im Mai des Jahres 2002 anzubringen, z.B. an einer der beiden Originalplanungsstätten in Berlin-Dahlem? Da es sich inhaltlich um universitäre, wissenschaftliche Genozidplanung handelt, sollte die erste Zielgruppe für Information und Reflexion die Universität selbst sein. Unterstützen Sie den Vorschlag, eine oder mehrere provisorische Gedenktafeln innen in Universitätsgebäuden für die nächsten zwei Jahre anzubringen? Die Provisorien würden die Diskussion beleben einschließlich einer geeigneten Text- und Formsuche für die öffentliche Gedenktafel 2002. Ein erster Entwurf einer provisorischen Gedenktafel innen im Institut WiSoLa der Landw.-Gärtn. Fakultät der HUB in der Luisenstr. 56, Berlin-Mitte, liegt bei. Sie könnte z.B. am 27. Januar 2000, also in vier Monaten dort angebracht werden.
  2. Der zweite Teil der intensiven historischen Verpflechtung mit der Wissenschaft wird in der großzügigen Finanzierung des "Generalplan Ost" sichtbar: Die deutsche Forschungsgemeinschaft als zentrale Selbstverwaltungsorganisation der gesamten deutschen Wissenschaft förderte die "planungswissenschaftlichen Arbeiten" im Planungsamt (SS-Stabsamt) allein von 1942/42 bis 1944/45 mit mindestens 510.000 Reichsmark, d.h. mit etwa 1,5-2% ihres Jahresetats. Auf diesem Hintergrund wurde im Mai d.J. ein Dringlichkeitsantrag an die DFG eingereicht, der um drei Millionen DM für ein einmaliges multimediales Ausstellungs- und Forschungsprojekt "Vom Nobelpreis zum Generalplan Ost" anfragte. Jetzt zum Semesterbeginn ist geplant, freundliche, studentische Kurzeingaben an die DFG zu organisieren, die dem gestellten Antrag Nachdruck verleihen. Die Zeit bis Mai 2002 ist auch bei voller Finanzmittelbewilligung kurz. Haben Sie Interesse an diesem Projekt? Ist es Ihnen zeitlich und personell möglich, evtl. Beratung Auskünfte oder sonstige Unterstützung zu geben? Können Sie Personalvorschläge für Projektmitarbeiter machen, die nach ddr Bewilligung schnell eingestellt werden müssen?

Die dynamische Altersgruppe der Studenten hat hier in Berlin im Wintersemester 1930/31 an der Technischen Hochschule Charlottenburg mit 61,7%, an der Berliner Universität mit 65% den NSD-Studentenbund gewählt. Es wäre daher eine historische Genugtuung und lebendige Umkehr, wenn jetzt auch diese Alters- und Statusgruppe engagiert per E-mail, Fax und Telefonanrufen die Bonner Wissenschaftsförderung erfolgreich in die Verantwortung ruft. Wenn frühere Offiziere der Grenztruppen der DDR als "Schreibtischtäter" rechtskräftig veruteilt werden für die Weitergabe des Schießbefehls an der Mauer, dann scheint es nicht mehr als recht und billig, einmal die mehrjährige universitäre Genozidplanung für mindestens 25 Millionen Zivilisten sauber im Zusammenhang zu dokumentieren und zu reflektieren.

Dankbar für Ihre praktische wie moralische Unterstützung

verbleibt mit freundlichem Gruß

M.B.

Reaktionen:
Von allen angeschriebenen Personen und Institutionen antwortete lediglich das deutsch-polnische Jugendwerk am 5.10.1999. Insbesondere die zehn Hochschullehrer führen sich offensichtlich für die problematische Geschichte der Berliner Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte in der Zeit des NS  nicht zuständig.


Professorale Nichtzuständigkeit

Antworten (immerhin überhaupt geantwortet!!) auf Anfrage zum Generalplan Ost bzw. zur völkerrechtlichen bisherigen Untersuchung desselben:

  1. Freundliche Nichtzuständigkeit
  2. Für Ihr Schreiben vom 21.5.99 bedanke ich mich. Sie haben sich der Erforschung eines interessanten wie auch gewiß wichtigen Themas zugewandt. Für Ihr verdienstvolles Vorhaben wünsche ich Ihnen Erfolg.

    Die Problematik Ihres Forschungsgegenstandes hat gewiß auch einzelne, nachgeordnete völkerrechtliche Aspekte. Diese fallen allerdings nicht in das derzeitige Profil meiner Forschung. Im Schwerpunkt dürfte das von Ihnen angestrebte Vorhaben aber eindeutig der Geschichtsforschung zuzuordnen sein. Deshalb würde ich Ihnen empfehlen, in erster Linie um Unterstützung bei Historikern zu ersuchen. Ein Rechtswissenschaftler, 27.5.99, Berlin

  3. Fatalismus
  4. Ihren Brief vom 21. Mai mit den Anlagen habe ich erhalten.

    Sie sollten versuchen, einen anderen Förderer für Ihre Pläne zu finden, Offensichtlich sieht sich die DFG nicht in der Lage, Ihr Vorhaben zu unterstützen. Ich kann mir vorstellen, daß es genügend andere Stellen geben müßte, die Interesse für Ihre Forschungen haben. Es hängt nur an Ihnen, den geeigneten Ansprechpartner zu finden. Ein Rechtswissenschaftler, 31. 05.1999, Berlin

  5. Elfenbeinturm
  6. Für Ihr Schreiben vom 21.5.99 danke ich Ihnen. Zur Fortführung Ihrer Recherchetätigkeit kann ich nur nachdrücklich die Empfehlung der DFG, Schreiben vom 14. Mai 99, unterstützen, dies nämlich im Rahmen einer Dissertation zu tun. Einen ähnlichen Vorschlag hatte ich Ihnen ja schon in meinem Schreiben vom 12. April gemacht. Präsidialamt, 26. Mai 99

  7. Max-Planck-Institut Heidelberg, 26.5.99

Haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben vom 19. Mai 99.

Eine völkerrechtliche Untersuchung speziell des "Generalplan Ost" ist mir nicht bekannt. Leider kann ich auch eine Stellungnahme an die DFG nicht verfassen.

Selbstverständlich können Sie die Fragen in historischen Analysen behandelt finden.


Begründung der Ablehnung einer Referenz zur Aufarbeitung
der wissenschaftlichen Genozidplanung (GPO) von 1942

Mündliche Begründung der Ablehnung einer Referenz zur Aufarbeitung der wissenschaftlichen Genozidplanung (GPO) von 1942 von der Dekanin einer Rechtswissenschaftlichen Berliner Fakultät am 21.09.1999:

"Als Amtsträger habe ich hierzu keine Meinung. Die Aufgabe der Fakultät besteht in der Organisation der Lehre und einer geeigneten Rahmengebung. Die Festlegung der Forschungsinhalte obliegt ausschliesslich den Fachkollegen der einzelnen Lehrstühle. Es herrscht völlige Freiheit von Forschung und Lehre."


Ablehnung eines Vorschlags zur Gedenktafelanbringung durch HUB, welche später als Untersagung interpretiert wurde, 27.01.2000

Sehr geehrter Herr B., 

für Ihr Schreiben vom 11. Januar 2000, das hier per Fax am 12. Januar eingegangen ist, danke ich Ihnen. Zu Ihrem Vorhaben, im Gebäude Luisenstraße 56 eine provisorische Gedenktafel anzubringen, muss ich Ihnen allerdings mitteilen, dass das so nicht geht. 

Ich halte provisorische Tafeln prinzipiell für problematisch und für das Anliegen im vorliegenden Fall eher schädlich. Hinzu kommt, dass Tafeln mit mehr als 10 Zeilen unpassend sind. Lange Texte werden kaum gelesen. 

Ihren Text betreffend muss ich außerdem bemängeln, das einiges sachlich falsch ist und verschiedene Themen durcheinander geraten, die mit dem Gebäude wenig zu tun haben. Dieses Gebäude steht außerdem unter Denkmalschutz und ein Anbringen von Tafeln ist daher so ohne weiteres nicht möglich. 

Ich möchte Sie deshalb bitten, von Ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen. Den für das Objekt verantwortlichen Dekan der LGF, Herrn Prof. Lindemann, werde ich über diesen Standpunkt in Kenntnis setzen. 

Mit freundlichen Grüssen

Prof. Dr. Dr. h.c. R.S.

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zdf, Prof. Guido Knopp, keine Mithilfe bei Dokumentation wissenschaftlicher Genozidplanung möglich, 5.4.00

Sehr geehrter Herr B.,

für Ihren Brief und die Zusendung Ihrer Unterlagen möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ihr Forschungsfeld ist natürlich für ein breites Zuschauerprogramm, wie wir es ansprechen, sehr speziell. Die "Mithilfe bei der Dokumentation wissenschaftlicher Genozidplanung", um die Sie uns bitten, können wir kaum leisten. Sind doch die aktuellen politischen Zusammenhänge, die Sie erwähnen, eher für einen Magazinbeitrag interessant, als für eine umfassend angelegte historische Dokumentation. Da wir derzeit jedoch eine mehrteilige Serie produzieren, die sich mit dem Thema "Holocaust" beschäftigt, habe ich Ihre Unterlagen, Ihr Einverständnis vorausgesetzt, an die zuständigen Redakteure und den zuständigen Autoren zur Kenntnis weitergegeben. Die verantwortlichen Redakteure können sich dann gegebenenfalls direkt mit Ihnen in Verbindung setzen. Für Ihre Anfrage und für Ihr Interesse an unseren Sendungen möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bedanken und wünsche für Ihre weitere Recherchen und Publikationen viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

Prof. Dr. Guido Knopp

(Leiter der Redaktion Zeitgeschichte)

Originalbriefansicht hier

 


Ablehnende Stellungnahme des Deutschen Hochschullehrerverbandes
Landesverband Berlin, vom 21.07.2000

Freundliche, ablehnende Stellungnahme des Deutschen Hochschullehrerverbandes, Landesverband Berlin, vom 21.07.2000:

Sehr geehrter Herr Burchard, ich danke für Ihr Schreiben vom 30. Juni 2000. Da eine solche eventuelle Aktivität selbstverständlich mit der DHV-Geschäftsführung abzustimmen ist, hat sich meine Antwort etwas verzögert. Nach Prüfung Ihres Anliegens sind wir zu der Überzeugung gekommen, daß wir angesichts der Priorität unserer Aufgabenstellungen im Rahmen der grundlegenden Universitätsreformen keine Möglichkeit zu einer Beteiligung an einem solchen Projekt sehen. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr.-Ing. Dr.h.c. L. Dorn, geschäftsführender Vorsitzender des DHV-Landeskonvents Berlin.


Ablehnung einer Befürwortung vom Präsidenten
der Berlin-Brandenburger Akademie der Wissenschaften
Professor S., vom 08. September 2000

Sehr geehrter Herr B.,

Präsident S. hat mich gebeten, Ihnen für Ihr Schreiben vom 2. August 2000, das er bei seiner Rückkehr von einem längerem Aufenthalt in den USA vorgefunden hatte, zu danken. Da Sie in Ihrem diesbezüglichen Brief um eine Befürwortung Ihres Projektes zum Thema "Generalplan Ost" nachgesucht hatten, hat sich Professor S. weiter über das von Ihnen betriebenen Vorhaben informiert. Dabei ist er zu der Auffassung gelangt, daß eine wissenschaftlich fundierte Stellungnahme zu dieser komplexen interdisziplinären Thematik, wie sei in Ihrem Vorhaben aufgerissen werden soll, seinerseits eine weitaus intensivere Beschäftigung mit diesem Gegenstand erfordert, als dies ihm derzeit aufgrund seiner umfangreichen terminlichen Verpflichtungen zu leisten möglich wäre.

Professor S. bedauert, Ihnen keine positivere Antwort geben zu können, hofft aber gleichwohl auf Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen Dr. K, E. B.

hier Originalbriefansicht


Ablehung einer Bitte um Übersetzung des Original-Generalplan Ost
und eines Artikels von Mechthild Rössler zum Nürnberger Urteil ins Englische
vom Auswärtigen Amt Berlin vom 18. August 2000

Ablehnung einer Bitte um Übersetzung des Original-Generalplan Ost vom 28.05.1942 und eines Artikels von Mechthild Rössler zum Nürnberger Urteil vom 10.03.1948 ins Englische vom Auswärtigen Amt Berlin, Werderscher Markt 1, Berlin-Mitte, vom 18. August 2000

Sehr geehrter Herr Burchard,

für Ihr Schreiben an den Herrn Bundesminister des Auswärtigen vom 20. Juli 2000 zum "Generalplan Ost" der Berliner Universität aus dem Jahre 1942 danke ich Ihnen. Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass der Bundesminister des Auswärtigen nicht alle an ihn gerichteten Schreiben persönlich beantworten kann.

Das Auswärtige Amt hat sich im Rahmen der Bundesregierung stets für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte der NS-Gewaltherrschaft, ganz besonders im Hinblick auf die heutigen guten Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu den damals besetzten Staaten eingesetzt. Ganz besonderes Aufmerksamkeit gilt dabei dem individuellen Schicksal der Überlebenden der NS-Gewaltpolitik - diese haben Anspruch auf unsere Anteilnahme und auf Achtung ihres Schicksals. Das Auswärtige Amt begrüßt daher ausdrücklich die am 17. Juli 2000 zustande gekommene Einigung über die Errichtung der Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die mit jeweils 5 Mia DM von Seiten der deutschen Unternehmen und von Seiten der deutschen öffentlichen Hand dotiert wird, deren überwiegender Teil zur Auskehr an überlebende NS-Zwangsarbeiter bestimmt ist.

Mit diesem Ergebnis wird zum einen ein wichtiger Punkt der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung umgesetzt, zum anderen stellt es aber auch einen Kompromiss aller Beteiligten - Opfervertreter, deutsche Unternehmen und Vertreter der interessierten Regierungen - dar, der unter gemeinsamen Vorsitz des Beauftragten des Bundeskanzlers Herrn Bundesminister a.D. Dr. Graf Lambsdorff, und des amerikanischen Vizeministers Eizenstat zustande kam. Das Auswärtige Amt sieht es nicht als seine Aufgabe an, an diesem von allen Beteiligten einschließlich der Bundesregierung getragenen Ergebnis etwas zu ändern. Es legt allerdings großen Wert darauf, dass die von allen Seiten in diesem Zusammenhang übernommenen Verpflichtungen auch tatsächlich eingehalten werden. Selbstverständlich schließt die Errichtung der Bundesstiftung und ihre Dotierung durch die Unternehmen und die öffentliche Hand zusätzliche Anstrengungen von privater Seite als Geste und wirksame Unterstützung gegenüber den Opfern der NS-Gewaltherrschaft nicht aus.

Zu dem historischen und wissenschaftlichen Schicksal des "Generalplan Ost" kann das Auswärtige Amt im Rahmen seiner Verantwortung für die auswärtigen Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland, insbesondere zu seinen Nachbarstaaten, mangels eigener Erkenntnisse keine Angaben machen. Auch eine Übersetzung ist mit Rücksicht auf die begrenzten Ressourcen nicht möglich.

Hiesiges Erachtens liegt der Schwerpunkt Ihrer Fragen, abgesehen von dem Appell an eine Erhöhung der für Zwangsarbeiter verfügbaren Leistungen - hierzu verweise ich auf den einleitenden Absatz dieses Schreibens -, im Bereich der wissenschaftlichen Forschung. Ich schlage daher vor, dass Sie diesen Teil Ihres Projekts in diesem Umfeld fortzusetzen versuchen.

Die mit Ihrem Schreiben übersandten Anlagen habe ich mit Interesse gelesen und gebe Sie anbei zur weiteren Verwendung zurück.

Mit freundlichen Grüßen Im Auftrag VGL Grau


Ausdruck guter Wünsche für geplante Gedenktafel-Anbringung am 27.01.01 nach Anfrage zur Raumnutzung des Audi Max für Aussprache einer Entschuldigung für Menschenverachtung des Generalplan Ost als Anfrage von M. Burchard vom 19.12.00 an HU-Präsident Jürgen Mlynek und HU-Vizepräsidentin Anne-Barbara Ischinger, Original Textantwort von Heike Zappe@PA@HUB-ZUV, am 21.12.00 13:36

Sehr geehrter Herr Burchhard,

da Sie Ihren Antrag per e-mail stellten und uns keine Adresse vorliegt, kann ich Ihnen nur auf diesem Wege antworten.

Ihr o.g. Raumnutzungsantrag ist beim Präsidenten eingegangen. Sie möchten das Audimax am 27.01.01 ganztägig nutzen. Laut Belegungsplan ist das Audimax im Januar sonnabends für Klausuren reserviert. Wir können Ihnen diesen Raum leider nicht zur Verfügung stellen.

In Ihrem Schreiben verweisen Sie des Weiteren auf einen Programmpunkt "Niederlegung von Blumen vor der neuen Gedenktafel" an der Luisenstraße 56. Da es sich bei diesem Gebäude um ein von der HU-Objekt handelt, bitten wir Sie, sich zunächst eine Genehmigung für das Anbringen einer Tafel vom Vizepräsidenten für Haushalt, Personal und Technik über die Technische Abteilung einzuholen.

Für Ihre Veranstaltung wünschen wir Ihnen gutes Gelingen, auch wenn wir Ihnen den gewünschten Raum nicht zur Anmietung bereit stellen können.

Beste Grüße Heike Zappe


Humboldt-Universität zu Berlin - Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Unter den Linden 6 - 10099 Berlin


Absage von Rechtsberatung durch den DBB trotz verkündeten Engagement gegen Rassismus im öffentlichen Dienst

9. August 2000 Pressemitteilung
Beamtenbund für Entfernung Rechtsradikaler aus dem öffentlichen Dienst

Erhard Geyer, der Bundesvorsitzende des DBB- Beamtenbund und Tarifunion, unterstützt die Forderung der CDU-Vorsitzenden, Angela Merkel, Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, die zu Hass und Gewalt aufrufen, aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen: "Wir haben in dieser Frage seit Jahrzehnten eine eindeutige Position. Radikale Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben in der staatlichen Verwaltung nichts zu suchen. Disziplinar- und arbeitsrechtlich muss und kann schnell reagiert werden. Die allermeisten Beamten und Angestellten stehen fest zum Grundgesetz und gegen Rassismus. In den Einzelfällen, wo das nicht so ist, plädiert der Beamtenbund für hartes Durchgreifen.


Berlin, den 25.1.2001

Sehr geehrter Herr Burchard,

nach Kenntnisnahme der uns zugeleiteten Unterlagen (Dienstaufsichtsbeschwerde) sehen wir von einem Gesprächsangebot ab. Wir empfehlen Ihnen, sich in Ihrer Angelegenheit durch einen geeigneten Rechtsanwalt beraten zu lassen. Zur Nennung eines kompetenten Rechtsanwalts wenden Sie sich bitte an die Rechtsanwaltskammer Berlin, Littenstraße 9, 10179 Berlin.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Jetschmann
- Landesvorsitzender -


Untersagung der Gedenktafelanbringung Luisenstrasse 56, Berlin-Mitte, nach 75 Tagen Bedenkzeit 22 Stunden vor der geplanten Tafelanbringung, Schreiben des Präsidialamtes, PA 11 Dr. Drzewiecki, vom 26.01.2000, unterzeichnet von den beiden Vizepräsidenten Hans Jürgen Prömel und Heinz-Elmar Tenorth, als Fax abgesandt von der HU-Pressestelle um 14.10 Uhr:

(Demonstrationsgenehmigung 26.01.01 durch ordungsbehördl. Staatsschutz des Polizeipräsidenten siehe hier)

Betr: Gedenktafel

Sehr geehrter Herr Burchard, mit Schreiben vom 24. Januar 2001 teilen Sie mit, dass Sie erneut die Absicht haben, im Gebäude Luisenstrasse 56 eine Gedenktafel anzubringen. Eine derartige Absicht ist Ihnen vor einem Jahr schon einmal durch den damaligen 1. Vizepräsidenten, Herrn Prof. Schröder, untersagt worden. An dieser Beschlusslage hat sich bis heute nichts geändert. Hinzu kommt, dass es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt. Wir möchten Sie davor warnen, das Gebäude in irgend einer Weise zu beschädigen. Bei Zuwiderhandlungen werden wir unserem Hausrecht wahrnehmen.

Die Anbringung von Gedenktafeln an oder in einem Gebäude der Universität stellt eine Meinungsäußerung der Universität dar. Sie sind als Einzelperson nicht berechtigt, die Meinung der Universität in der Öffentlichkeit zu vertreten. Die Humboldt-Universität betreibt die Aufarbeitung ihrer Geschichte auf seriöse Weise und hat dabei auch unangenehme Themen und Fragen nicht ausgespart. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, sich daran entsprechend zu beteiligen. Alle diesbezüglichen Empfehlungen haben Sie bisher abgelehnt.

Mit freundlichen Grüßen in Vertretung

Siehe auch


Stellungnahme des Autors "Geschichte Dahlems" und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Freien Universität Berlin zur Dahlemer Generalplan Ost, 20.02.2001

Betr: wissenschaftliche Aufarbeitung der Zwangsarbeits- und Genozidplanung 

Sehr geehrter Herr Burchard, es wird stets das Bemühen des Universitätsarchivs der Freien Universität sein, Ihnen die bei uns vorhandenen Quellen für Ihre Forschungen nutzbar zu machen. Leider verfügen wir nicht über Personal, Zeit und finanzielle Möglichkeiten, darüber hinausgehende Beiträge zur Realisierung des von Ihnen angestrebten Projekts zu leisten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. M.E.


Ablehnung der angefragten Unterstützung einer attraktiven homepage-Entwicklung beim Projekt GPO, Institut für Sozialforschung, Hamburg, 1.03.200

Sehr geehrter Herr B., vielen Dank für Ihre Anfrage. Dem Hamburger Institut für Sozialforschung steht für externe Projekte jährlich ein sehr begrenzter Etat zur Verfügung, der im Verhältnis zu der Vielzahl der Anträge nur wenige Projektförderung zuläßt. Im Auftrage des Vorstandes muß ich Ihnen daher leider mitteilen, daß unser Institut sich an der Einstufung des "Generalplan Ost" (NICHT, im Originalbrief vergessen) beteiligen möchte. Ihre Unterlagen erhalten Sie zu unserer Entlastung zurück.

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

A.B.

Verwaltungsleitung

Originalbriefansicht hier


Nichtzuständigkeitserklärung der Kustodin der Humboldt-Universität zu Berlin für Denkmalschutzfragen nach der vierten schriftlichen Anfrage mit Hinweis auf die Möglichkeit einer Untätigkeitsklage bei unberechtigter Auskunftsverweigerung nach mehr als drei Monaten, Frau Dr. A. K., 25.04.01

Gedenktafeln

Sehr geehrter Herr Burchard,

vielen Dank für Ihren informativen Brief. Leider bin ich nicht die Denkmalschutzbeauftragte der Humboldt-Universität zu Berlin, sondern als Kustodin für die Kunstschätze der Universität verantwortlich. Aus Ihrem Verteiler entnehme ich, dass Sie bereits alle wichtigen Institutionen der Universität angeschrieben haben, denen die Entscheidung über die Anbringung von Gedenktafeln obliegen.

Ich bedauere, dass ich Ihnen nicht weiterhelfen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. A. K., Kustodin

hier Originalbriefansicht


Neutralitätserklärung des wissenschaftlichen Direktors der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Prof. Peter Steinbach, Berlin, 12.05.2001

Sehr geehrter Herr B.,

vielen Dank für Ihren Brief und die interessanten Materialien. Sie bezeichnen ein wichtiges Desiderat zeitgeschichtlicher Forschung.

Ich werde jedoch zum Herbst aller Voraussicht nach dem Ruf an eine andere Universität außerhalb von Berlin folgen und kann deshalb nichts für Ihr Vorhaben tun.

Ich bitte Sie herzlich, das zu verstehen.

Mit freundlichem Gruß

(Unterschrift)

Originalbriefansicht hier


Referenzabsage durch den Berliner Völkerrechtler Prof. C. T. nach wiederholter dringender Bitte um Kurzreferenz zur Aufklärung des Generalplan Ost "um der Sache und um unserer Verfassung willen", 27.04.01

Sehr geehrter Herr B.,

Ihr Schreiben vom 17. April 2001 habe ich erhalten.

Gestatten Sie mir den Hinweis, daß ich mir meine Forschungsvorhaben selbst aussuche. Selbstverständlich stelle ich Ihnen frei, eine verwaltungsgerichtliche Klage zu erheben.

Mit freundlichen Grüßen

Professor Dr. C. T.


Absage des alternativen Berliner Wissenschaftssommers aus Sicherheitsgründen per Fax 12.09.01 um 13.43 h fünf Stunden vor Veranstaltungsbeginn durch Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Sehr geehrter Herr Burchard,

aufgrund der aktuellen Lage ist es uns leider nicht möglich, die geforderte Sicherheit für Ihre Veranstaltung zu gewährleisten. In Abstimmung mit der Universitätsleitung sagen wir die von Ihnen geplante Veranstaltung hiermit ab und bitten Sie um Verständnis.

Mit freundlichen Grüssen S.M., Referatsleiterin

hier Originalfaxansicht


Erklärung der Beendigung der Korrespondenz im Post Scriptum, erstes Schreiben der Vizepräsidentin für Internationales und Öffentlichkeitsarbeit, 7.11.01

P.S.: Nachdem nun in der Vergangenheit zahlreiche Argumente zum Thema vorgebracht wurden und auch keine neuen mehr hinzu kommen, betrachten die Präsidiumsmitglieder die Korrespondenz als abgeschlossen.

hier Originalbriefansicht


Ablehnung der Teilnahme an Podiumsdiskussion zum Generalplan Ost nach Einladung der GEW Berlin, Abteilung Wissenschaft, Präsident der FU Berlin, 14.11.01

Podiumsdiskussion am 23.11.01 zum Generalplan Ost

Sehr geehrter Herr S.,

für Ihre Einladung zur Podiumsdiskussion am 23.11.2001 zum Generalplan Ost möchte ich mich bedanken. Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist mir aus terminlichen Gründen nicht möglich.

Unabhängig von den Terminengpässen halte ich die Teilnahme eines offiziellen Repräsentanten der Freien Universität an der Podiumsdiskussion nicht für angemessen, da diese Universität erst 1948 gegründet wurde und als Institution für die hier zur Diskussion stehenden Ereignisse daher nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Diese Absage bitte ich nicht als Weigerung misszuverstehen, sich inhaltlich mit dem Problem der Verstrickung von wissenschaftlichen Organisationen und Institutionen in die Verbrechen des Nazi-Regimes zu befassen. Es ist unbestritten, dass eine Aufarbeitung dieses Themenfeldes wichtig und notwendig ist. Hierbei sind die entsprechenden Wissenschaftler gefordert, eine fundierte Analyse und Bewertung der damaligen Ereignisse vorzulegen. Dies kann aber nicht durch Mitglieder des Präsidiums erfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

Univ.-Prof. Dr. Peter Gaehtgens

Präsident

hier Originalbriefanwort

hier Originalbriefeinladung der GEW Berlin, Abtlg. Wissenschaft


Ablehnung an Teilnahme der Podiumsdiskussion zum Generalplan Ost durch Humboldt-Universität, 19.11.01

Podiumsdiskussion am 32.11.01 zum Generalplan Ost

Sehr geehrter Herr S.,

Präsident Mlynek hat mir Ihr Schreiben mit der Anfrage zu der Podiumsdiskussiom am 23.11.2001 übergeben.

Leider findet sich hier terminlich keine Möglichkeit für eine Teilnahme von Seiten der Universitätsleitung. Thematisch kann ich Ihnen mitteilen, dass derzeit am Institut für Geschichte der Humboldt-Universität in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg an der Vorbereitung einer zweitätigen Tagung zum Thema Ihrer Veranstaltung im kommenden Sommer gearbeitet wird. In diesem Rahmen hoffen wir, die notwendige Aufarbeitung dieses schwierigen Kapitels der Wissenschaftsgeschichte aufnehmen zu können.

Für Ihre Veranstaltung wünsche ich Ihnen viel Erfolg und intensive Diskussionen

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

Prof. Dr. Anne-Barbara Ischinger

hier Originalbriefantwort

hier Originalbriefeinladung der GEW Berlin, Abtlg. Wissenschaft


Ablehnung an Teilnahme der PD zum Generalplan Ost durch DFG, Bonn, 20.11.01

Betrifft: Podiumsdiskussion am 23.11.01

Sehr geehrter Herr Schmidt,

haben Sie besten Dank für Ihre Einladung zu einer Podiumsdiskussion am 23.11.01 zum Generalplan Ost. Ihre Einladung ist unglücklicherweise so kurzfristig angesetzt, dass mein Terminkalender für diesen Tag schon ausgebucht ist. So muss ich Ihnen leider absagen. Diese terminlichen Schwierigkeiten betreffen auch die anderen Mitglieder des Hauses, die für die Wahrnehmung eines solchen Termins in Frage kämen

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)

Ernst-Ludwig Winnacker

hier Originalbriefantwort

hier Originalbriefeinladung der GEW Berlin, Abtlg. Wissenschaft


Senatsverwaltung akzeptiert prinzipielle Ablehnung von Gedenktafeln durch HU, Antwort an kl. Anfrage Nr. 29, 7.02.02

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, II C 3, Fernruf: XX

Herrn Abgeordneten Benjamin-Immanuel Hoff (PDS) über den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin über Senatskanzlei - G Sen -

 

Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 29 (Schlussbericht) vom 14. Dezember 2001 über 

Wissenschaftliche Aufarbeitung des "Generalplan Ost" (Originaltext kl. Anfrage 14.12.01 hier

 

Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre kleine Anfrage wie folgt: 

zu 1: Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur befürwortet grundsätzlich die Bestrebungen der Universitäten und ihrer Mitglieder, Nachforschungen über ihre Rolle im Nationalsozialismus anzustellen und diese auch öffentlich darzustellen, etwa durch Veröffentlichungen, Aktionen oder Gedenktafeln. Allerdings ist sie der Meinung, dass die Form dieser Darstellung im Ermessen der Hochschulen liegt. 

Die Einstellung der Humboldt-Universität (HU), die Darstellung durch andere Formen als das Anbringen von Gedenktafeln vorzunehmen (s.u. zu 2. und 4.), wird von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur akzeptiert. 

zu 2.: An den Berliner Universitäten, die bereits zu Zeiten des Nationalsozialismus existierten, bestehen nach Auskunft der Universitäten derzeit die folgenden Institutionen und Instrumente der Aufarbeitung ihrer Geschichte, insbesondere der Verstrickung in Planungen wie den "Generalplan Ost": 

a) Technische Universität Berlin (TU): An der TU wir der "Generalplan Ost" am Zentrum für Antisemitismusforschung unter der Leitung von Professor Dr. Wolfgang Benz erforscht. Zu der Geschichte der TU in der Zeit des Nationalsozialismus gibt es mehrere Veröffentlichungen, unter anderem von Professor Dr. Reinhard Rürup. 

b) Universität der Künste (UdK): An der UdK gab es in den achtziger Jahren ein Forschungsprojekt zur Hochschulgeschichte in der NS-Zeit, dessen Ergebnis im Buch "Kunst-Macht-Politik. Die Nazifizierung der Kunst- und Musikhochschulen in Berlin" von Christine Fischer-Defoy (Berlin 1988) veröffentlicht wurden. Ferner beschäftigt sich Professor Dr. Gert Gröning vom Institut für Geschichte und Theorie der Gestaltung mit dem Thema "Generalplan Ost" und hat dazu zwei Beiträge veröffentlicht, die in dem Buch "Die Liebe zur Landschaft - Teil III: Der Drang nach Osten" von Gert Gröning und Joachim Wolschke-Bulmahn (München 1987) erschienen sind. 

c): Humboldt-Universität zu Berlin: Die HU arbeitet seit einer Reihe von Jahren intensiv an der Aufarbeitung ihrer Geschichte im Nationalsozialismus, sowohl unter allgemeinen Gesichtspunkten, also der Verstrickung der Institutionen, wie unter individuellen Gesichtspunkten, also hinsichtlich des Unrechts gegenüber Individuen. Zur Vorbereitung des 200-jährigen Gründungsjubiläum arbeitet eine Historiker-Kommission unter Leitung von Professor Dr. Rüdiger vom Bruch an der Geschichte der HU, einschließlich der Zeit des Nationalsozialismus. Ferner gibt es seit 1990 eine Rehabilitierungskommission, die auf Antrag der Betroffenen individuelle Rehabilitierungen vornimmt; ferner hat das Präsidium die Aberkennung von Titeln durch die HU für nichtig erklärt. In der Veranstaltung "Kommilitonen von 1933" hat sie durch die Nazis vertriebene jüdische Studenten eingeladen und einen Dialog zwischen ihnen und den Angehörigen der Universität initiiert. 

Auch zum "Generalplan Ost" gibt es eine Reihe von Forschungsvorhaben an der HU. Professor Dr. Klemm von der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät (LGF) hat die Geschichte dieser Fakultät in seinem Werk "Agrarwissenschaften im Dritten Reich" untersucht, sein Schüler Herr Burchard ebenfalls. Am 3.2.2000 wurde von der LGF ein Symposium über den Einfluss des faschistischen Regimes auf die Arbeit der Berliner Agrarökonomen (Brandt-Symposium) durchgeführt. Seit zwei Jahren arbeiten Dr. Stoehr und Dr. Hopfer an der Aufarbeitung des politischen Einflusses des Himmlerschen Machtapparates auf die agrarökonomischen Einrichtungen der damaligen LGF. Ergebnisse dieser Arbeit wurden im Juli 2001 in einer Ausstellung und in einem Kolloquium zum Thema "Agrarökonomen im III. Reich" vorgestellt. Publikationen der Autoren liegenn in der Reihe Working Paper vor, ein weiteres Kolloquium ist für 2003 geplant, eine Buchveröffentlichung zum Thema im folgenden Jahr. Zudem wird überlegt, in der LGF eine Ausstellung zum "Generalplan Ost" zu organisieren.

Das Institut für Geschichte der HU arbeitet im Rahmen einer Forschergruppe unter Leitung von Professor vom Bruch und Professor Dr. Ulrich Herbert, Freiburg, über die Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft, insbesondere die Zeit des Nationalsozialismus und die Forschungen bei den Massenverbrechen. In diesem Kontext wird zum "Generalplan Ost" am 7./8.06.2002 eine zweitägige öffentliche Veranstaltung vorbereitet. 

zu 3.: Interessierte Mitglieder der betreffenden Hochschulen können und konnten, sofern es ihre Fachrichtung erlaubt, an der Aufarbeitung teilnehmen. Zur Veröffentlichung der Ergebnisse, s.o. zu 2.

zu 4.: Die Humboldt-Universität ist grundsätzlich gegen Gedenktafeln an den Gebäuden der Universität und hat daher viele Gedenktafeln entfernen lassen, die bis zur Wende angebracht waren. Dies steht auch im Einklang mit den Empfehlungen des Denkmalschutzes. Gedenktafeln sind gerade bei komplexeren Vorgängen wie dem "Generalplan Ost" kein sehr geeignetes Mittel zur Darstellung, zumal wenn sie an einem Haus befestigt werden sollen, das mit dem "Generalplan Ost" gar nichts zu tun hatte. 

Die HU arbeitet stattdessen mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, Forschungsprojekten und anderen Aktionen wie der Rehabilitierungskommission oder der Aktion "Kommilitonen von 1933" an der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit (s.o.). 

Die Senatsverwaltung akzeptiert angesichts dessen die Haltung der HU, grundsätzlich keine Gedenktafeln an ihren Gebäuden anbringen zu wollen. 

zu 5.: Die Senatsverwaltung sieht angesichts der eindeutigen Haltung der HU (s.o. zu 4.) keine Möglichkeit, die Anbringung einer Gedenktafel zu befördern. 

Berlin, den 7. Februar 2002

Dr. Thomas Flierl, Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur

Originalbriefansicht hier
 


Dekanat der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät
Bearbeiterin: Brigitte Stamann

Berlin, 6. Januar 2003

 

An das Landratsamt in Zamość


Sehr geehrter Herr Dr. Bąk,

es liegt mir ein Fax Ihrer Kurzreferenz zur Aufarbeitung des Generalplanes Ost vor. Wie Sie aus der beiliegenden Erklärung entnehmen können, hat diese Fakultät im Mai zu den schrecklichen Verbrechen Stellung genommen. Eine vom Akademischen Senat der HUB eingesetzte Arbeitsgruppe beschäftigt sich außerdem u.a. mit diesem Thema.


Ich möchte Sie jedoch darauf hinweisen, dass Herr Matthias Burchard in keiner Weise ein Vertreter der Humboldt-Universität der Fakultät ist und nicht in unserem Namen handelt.

Mit freundlichen Grüßen

(Unterschrift)


Prof. Dr. Uwe Jens Nagel
DekanVerwaltungsleiter

 


Der Vizepräsident für Internationales der HU zur Übergabe der Erklärung/ Entschuldigung der Agrarfakultät von 2002 nach Russland
3.08.2016

-----Ursprüngliche Nachricht-----
From: Michael Kaemper-van den Boogaart
Sent: Wednesday, August 03, 2016 1:54 PM
To: Verein zur Völkerverständigung mit MSOE

Subject: Re: Kontakte mit Russland (12 Partnerunis), Umgang mit Erklärung der Agrarfakultät seit 2002


Sehr geehrter Herr Burchard,

leider kann ich Ihnen nicht sagen, ob die von Ihnen genannte Erklärung der damaligen Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der HU an Repräsentanten in Russland übergeben wurde. Die Erklärung selbst führt allerdings auch keinen direkten Adressaten auf, sondern leitet von ihr normative Ansprüche an die Fakultät selbst ab. Auch wenn ich Ihre konkrete Frage nicht zu beantworten vermag, teile ich, wie der ehemalige Präsident der HU, Prof. Dr. Mlynek, das in der Erklärung Artikulierte in der Sache vollkommen und finde ebenso die probaten Konsequenzen aus dieser Auseinandersetzung im Leitbild der HU wieder: https://www.geschichte.hu-berlin.de/de/forschung-und-projekte/ns-zeit/dokumente/mlynek

Die Humboldt-Universität ist weiterhin am wissenschaftlichen und kulturellen Austausch mit gegenwärtigen und zukünftigen Partnerinstituten interessiert und engagiert sich hierfür auf allen Ebenen - auch eingedenk ihrer Geschichte. Wie viele andere Mitglieder der Universität bin auch ich in meiner Amtszeit nach Moskau gereist und habe dort Gespräche geführt. Ebenso gern habe ich in den letzten Jahren Gäste aus der russischen Wissenschaft und der Wissenschaftsadministration an der HU begrüßt.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kämper

--

 

Prof. Dr. Michael Kämper-van den Boogaart
Humboldt-Universität zu Berlin
Vizepräsident für Studium und Internationales
Vice President for Academic and International Affairs
Unter den Linden 6, Raum 2036
10099 Berlin
Tel. 0049-30-2093-2102
Fax. 0049-30-2093-2270
E-mail: vpsi(at)uv.hu-berlin.de

 

 

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