Übersicht 2: Kernaussagen der verschiedenen Versionen des Generalplan Ost:

  1. geographisch-politischer Siedlungsanspruch, LN (durchschnittl. schematische Betriebsgröße)
  2. Zahl der verfügbaren germanischen Siedler
  3. Anzahl der rassisch unerwünschten Menschen (Prozentsatz der nicht "eindeutschungsfähigen", rassisch unerwünschten Menschen)
  4. Gesamtkosten (Verhältniszahlen von Ländlicher Aufbau: Landschaftsbau: Verkehr und Versorgung: Industrieaufbau: städtischer Aufbau)
  1. "Planungsgrundlagen" 02-1940 (Hg: Planungsamt des RKF, 21 Seiten):

    1. 87,6 km2 davon 59,0 km2 LN; Zone 1. Ordnung 44,0 km2 (100.000 einzurichtende Siedlerhöfe a 29 ha)
    2. 4,3 Mio (3,15 Mio ländliche u.1,15 Mio städtische Siedler; 1.Nahplan: 1,46 ländl. S.)
    3. 560.000 jüdische Menschen (100% ); 3,4 Mio Polen im ersten Nahplan (44%)

  2. "Materialien zum Vortrag 'Siedlung'" 12-1940 (Hrsg: Planungsamt des RKF; 5 Seiten) Grundsatzartikel zu "Landbedarf für die notwendige Aussiedlung aus dem Altreich" mit konkreter Forderung von 130.000 km2 für 480.000 neue, lebensfähige Siedlerhöfe a 25 ha, dabei 40% Zuschlag für Wald, Wehrmacht, Reserveflächen.


    22. 06. 1941: Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion

  3. "Generalplan Ost" 07-1941 (Hg: Planungsamt des RKF): beschreibt den Umfang der geplanten Ostsiedlung mit konkreter geographischer Abgrenzung der einzelnen Siedlungsgebiete (verschollen).

  4. "Gesamtplan Ost" 12-1941 (bis 02-1943) (Hg: Sicherheitsdienst des RSAH, Gr. lll B; verschollen, aber gut rekonsturierbar durch Wetzel-Gutachten 1942, RMfdbO)

    1. 700.000 km2, davon 350.000 km2 LN mit 550.000 lw. Betrieben (64 ha)
    2. 1-2 Mio deutsche Familien zzgl.10 Mio Fremdvölkische mit germanischem Blut
    3. 31 Millionen (Polen: 80-85%; Weißruthenier: 75%; Ukrainer: 65%; Tschechen: 50%)

  5. "Generalplan Ost" 05-1942 (Hg: Institut fürAgrarwesen und Agrarpolitik der Berliner Universität; 64 Seiten zzgl. Zusammenfassung 4 Seiten)

    1. 364.231 km2 (von Schauroth, April 1942) einschließl. 36 "Siedlungsstützpunkte" und drei "Siedlungsmarken" im Großraum Leningrad, Krim-Chersongebiet, Bialystok (Siedlerhöfe 40- 100 ha, Großbetriebe >= 250 ha)
    2. 5,65 Mio., Verhältnis von ländl. zu städt. Siedlern in Stützpunkten und Marken etwa 1 :1
    3. mindestens 25 Mio Menschen (Polen: >99%; Esten <=50%; Letten >=50%. Litauer >= 85%;
    4. 66,6 Mrd. Reichsmark (31: 7: 17: 11: 34; Gebiete ohne Marken und Stützpunkte)

  6. "Generalsiedlungsplan" 10 bzw.12-1942 (Hg: Planungsamt des RKF; 200 Seiten einschl. 25 Karten und Tabellen

    1. 330.000 km2 mit 360.100 lw. Betrieben (im Baltischen Raum mit 226.000 km2 mit 21 Städten als wichtige Stützpunkte ausgewiesen, 55 ha)
    2. 12,21 Mio. (davon Land- und Forstwirtschaftl. Berufszugehörige: 2,859 Mio.)
    3. 30,8 Mio. (Polen: 95%; Esten: 50%; Letten: 70%; Litauer: 85%; Franzosen, Slowenen und Tschechen: 50%)
    4. 144 Mrd. Reichsmark (39: 8: 18: 8: 27)
Quellen: zu 1: PA 1940 a: 1,4,8; zu 2: PA 1940 b; zu 3: Meyer 1941 c; zu 4:. Krumey 1943: 263; Wetzel 1942:299; zu 5: von Schauroth 1942: 49-50; Wetzel 1942: 300; Ehrlich 1942: 48; Institut 1942: 436, 440; zu 6: Planungsamt 1942 c: 238-245.